Nochmalige Untersuchung der Linden am 17.03.2021:
Die Stadt Giengen beauftragte denselben Baumexperten, der bereits im Frühjahr 2019 die Linden begutachtete, um die zwei Linden nochmals zu untersuchen (Das 2019er Gutachten findest Du im Downloadbereich rechts bzw. ganz unten). Diesmal wurde jedoch nicht nur der Stamm am Boden untersucht, sondern auch die alten Schnittstellen in der Höhe per Hubsteiger:

Mail von OB Henle am 26.02.2021:
Er möchte uns eine Zwischennachricht geben. Er schreibt, dass er nach unserem letzten Gespräch vereinbarungsgemäß eine alternative Ausführungsplanung für den Spielplatz im Anlägle in Auftrag gegeben hat. Die neue Variante würde einige Vorschläge unserer Bürgerinitiative zum Thema einbeziehen. Danach möchte die Stadt beide Varianten ergebnisoffen gegeneinander abwägen.

Das beauftragte Fachbüro hat nun mitgeteilt, dass die Planung aufgrund der aktuell hohen Auslastung leider erst Ende März vorliegen wird. Wir alle müssen uns also noch etwas gedulden. Ebenso wie Sie sind wir gespannt aufs Resultat und sagen Ihnen gerne zu, uns direkt nach Vorliegen der Unterlagen mit dem Thema zu beschäftigen. Für Ihr Verständnis danken wir Ihnen.

Am 21.01.2021 Treffen vor Ort mit Herrn Fedchenheuer vom Tiefbauamt:
Herr Fedchenheuer legte dar, wie der Planungsprozess zustande kam, welche Gremien/Personen einbezogen wurden, wie die Gegebenheiten im Untergrund sind. Eine fundierte Planung. Daran ist m.E. nichts auszusetzen. Nur mit der Planungsvorgabe ganz am Anfang des Prozesses, nämlich dass nur eine Linde erhalten bleiben soll, können wir ganz und gar nicht einverstanden sein.
Herr Fedchenheuer informierte uns auch darüber, dass die zwei alten Linden nochmals durch einen Baumsachverständigen begutachtet werden – diesmal mittels Baumsteiger auch an den alten nicht fachgerecht ausgeführten Rückschnittstellen in den Kronen. Je nach Ergebnis des Gutachtens müssen die Kronen der Linden dann zum Erhalt der Verkehrssicherheit eingekürzt werden.
Gemäß Sachverständigen erholen sich die Bäume wohl selbst von deutlichen Rückschnitten solange die Wurzeln und die Rinde der Bäume unbeschädigt bleiben.

20.01.2021:
Auf der Titelseite des Giengener Infoblatts erscheint unser Anliegen als redaktioneller Beitrag.

02.01.2021:
In der Heidenheimer Zeitung haben wir es in den satirischen Jahresausblick 2021 geschafft. Für den August wird berichtet: „Ende des vergangenen Jahres schien alles auf eine friedliche Einigung hinzudeuten: Es sollte eigentlich eine Lösung für alle Bäume des Anlägle gefunden werden. Seit Monaten stehen die Zeichen jedoch auf Konfrontation. Ein Anwohner des Anlägles hatte sich deshalb schon im Mai an den Baum gekettet und will nicht weichen. Gut gelaunt wie eh und je lässt er sich von Touristen fotografieren (NOCH eine Top-Attraktion!) und unterschreibt Autogrammkarten. Die Pfadfinder entzünden für den Baumbesetzer nicht nur nächtliche Lagerfeuer, sondern verkaufen neuerdings auch T-Shirts vom Anlägle-Superstar. Im Rathaus gibt man schließlich auf, den Mann umstimmen zu wollen. Hauptsache, eine weitere Attraktion zur Belebung der Innenstadt.“ Nehmen wir das doch als gutes Omen ;-).

Mein Eindruck:
Unser OB hat unser Anliegen schnell aufgegriffen und prüft unseren Vorschlag. Darüber sollten wir dankbar sein und uns freuen. Jetzt kommt es darauf an, zu welchem Ergebnis das Planungsbüro kommt. Wenn das Ergebnis Ende Februar vorliegt, wird es daher spannend.
Wir sollten diesen Prozess weiterhin aufmerksam und kritisch begleiten und weiter Unterschriften sammeln. Nur wenn wir viele Unterschriften haben und z.B. per Mail viele Unterstützer kurzfristig aktivieren können, können wir unserer Forderung gegebenenfalls Nachdruck verleihen. Und wir müssen bereit sein, Ende Februar kurzfristig öffentlichkeitswirksame Aktionen zu starten.

13.12.2020:
Am 12.12.20 fand ein persönliches Gespräch bei OB Henle statt. Schön, dass unser Vorschlag so schnell aufgegriffen wurde. Das Ergebnis war, dass die Stadt Giengen unseren Alternvativ-Vorschlag prüfen und an das Planungsbüro geben wird. Mit einem Ergebnis kann bis Ende Februar gerechnet werden. Den Inhalt des Gesprächs sowie die Standpunkte gibt am besten meine Mail an OB Henle vom 13.12.20 wieder.

Mail an Herrn Henle vom 13.12.2020

Sehr geehrter Herr Henle,

vielen Dank für das konstruktive Gespräch am Samstag. Wie besprochen fasse ich unser Gespräch nochmals kurz zusammen:

Ausgangspunkt ist, dass der Gemeinderat den Beschluss gefasst hat, einen Erlebnisweg vom Steiff bis zum Anlägle zu schaffen und dort als Höhepunkt einen attraktiven Spielplatz. Was den Spielplatz angeht, gibt es jedoch konkret einen Entwurfsbeschluss der derzeitigen Planungsvariante.  Gemäß Baden-Württembergischer Gemeindeordnung kann dieser somit erst nach 6 Monaten erneut in den Gemeinderat gebracht werden.

Sie haben im Februar 2019 die Bäume im Anlägle eingehend untersuchen lassen. Das Ergebnis der Untersuchung der über 100-jährigen Linde, die nach der Ursprungsplanung der Stadt gefällt werden soll, haben Sie mir ausgehändigt. Demnach ist der Baum vital, allerdings muss die Krone deutlich eingekürzt werden. Ebenso muss, entsprechend einem weiteren Gutachten, die Krone der zweiten Linde eingekürzt werden. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Verkehrssicherheit zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

Sie haben unseren Alternativ-Vorschlag intern prüfen lassen und dabei festgestellt, dass dieser aus verschiedenen Gründen nicht genau so ausgeführt werden kann wie von uns vorgeschlagen. Wegen der diversen Quellen und Brunnenschächte im Anlägle kann man Spielgeräte nicht an jede beliebige Stelle platzieren. Die Verwaltung wird in der Ausführungsplanung prüfen, ob eine alternative Anordnung der Spielgeräte und der Parkplätze zum Erhalt der beiden großen Linden am Standort möglich ist. Letztendlich muss sich das eingebundene Planungsbüro der Sache nochmals annehmen.

Sie machten deutlich, dass auch bei unserem Vorschlag die jüngeren Bäume (Spitzahorn und Linde) entfernt werden müssen – und bei Verschieben des hohen Spielgeräts in Richtung Marktstraße auch die ca. 40-jährige Rubinie, die sich dort auf Höhe der Parkplätze befindet. Entfernen würde keine Fällung bedeuten, sondern eine Umpflanzung an einen anderen Standort. Hierzu sind Sie im Kontakt mit der Fa. Opitz International, die Großbaumverpflanzungen bei nahezu 100%igen Anwuchserfolg vornimmt.

Ich habe Ihnen bestätigt, dass unser Hauptaugenmerk auf den Erhalt der beiden großen über 100-jährigen Winterlinden liegt. Das Umpflanzen der weiteren Bäume fänden wir zwar schade, können es aber akzeptieren, weil hier ein attraktiver Spielplatz geschaffen wird. Ebenso haben wir die Parkplätze in unserem Vorschlag nur deswegen so angeordnet um aufzuzeigen, dass diese bei Einbezug des bestehenden Parkplatzes in die Planung nicht verloren gehen müssen. Hilfreich fänden wir, wenn ein Zugang von der Lange Straße geschaffen wird und wichtig wäre uns, dass bei der Neugestaltung des Anlägle Aufenthaltsqualität für alle Altersgruppen geschaffen wird. Das Anlägle wird auch von Erwachsenen häufig frequentiert.

Sie haben vorgeschlagen, dass Sie die Spielplatz-Planung nochmals an das Planungsbüro Zeeb geben, um – unter Einbezug des angrenzenden Parkplatzes in die Planung – Möglichkeiten auszuloten, die beiden großen Winterlinden zu erhalten. Wenn das Ergebnis vorliegt, werden Sie nochmals ein Gespräch mit mir führen und parallel den Gemeinderat einbeziehen. Je nach Kapazität des Planungsbüros sollte dies bis Ende Februar vorliegen.

Ich danke Ihnen, dass Sie unseren Vorschlag aufgreifen und prüfen lassen. Ich hoffe sehr, dass das Planungsbüro zu einem positiven Ergebnis kommt. Dann hätten wir einen guten Kompromiss erreicht.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Zirn